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Auf Wiedersehen Griechenland!

Nachdem wir in Gythio mit strahlendem Sonnenschein und schneebedecktem Bergpanorama begrüßt wurden, war unsere erste Anlaufstelle ein Wechsel der Gasflasche. Wir konnten hier einfach unsere leere Flasche gegen eine volle tauschen, was zwar irgendwie superpraktisch war, allerdings haben wir unsere hübsche Flasche gegen eine alte, rostige getauscht aber zum Glück sieht man die ja nicht so oft 🤓 Da es auf Kreta bei unserer Horrorfahrt vorne am Auto ordentlich gekracht hatte, haben wir seitdem eigentlich schon geahnt, dass irgendetwas kaputt sein muss, deshalb stand ein Werkstattbesuch auf dem Plan. Zu unserem Glück gab es direkt in Sparta eine Mercedes-Werkstatt, welche wir am nächsten Tag aufgesucht haben. Wir kamen ohne Vorankündigung und dennoch lagen innerhalb weniger Minuten die drei Mechaniker inklusive Chef unter Herbie und haben uns leider den gebrochenen Stoßdämpfer bestätigt. Allerdings haben sie sofort rumtelefoniert, um die benötigten Teile ausfindig zu machen und uns angeboten am nächsten Tag den Stoßdämpfer, oder besser gesagt alle vier zu tauschen, weil es immer die beste Option für das Fahrzeug ist, alle Stoßdämpfer zusammen zu tauschen, wenn einer kaputt ist. Wir haben das Angebot natürlich dankend angenommen und Herbie am nächsten Tag in die Obhut der Mechaniker gegeben. Wir haben die Zeit genutzt und Sparta etwas erkundet (wir fanden es super unspektakulär) und nach knapp drei Stunden konnten wir Herbie wieder abholen. Nachdem sie uns vor Ort dann noch die Luftfilter getauscht, Öl nachgefüllt und das ganze Auto durchgecheckt haben, sind wir mit etwas leichterem Geldbeutel weitergefahren. Wobei man sagen muss, dass ein Besuch in der Mercedes-Werkstatt für 718€ super preisgünstig ist, vor allem wenn die Teile schon über 600€ kosten und die Jungs unglaublich schnell, souverän und total nett waren. Natürlich hätten wir lieber nicht in die Werkstatt gemusst, aber sind super happy, dass wir die hier gefunden haben!

Sehr erleichtert haben wir dann unseren Weg in die Berge eingeschlagen, das nächste Ziel waren nämlich die Neda-Wasserfälle mit einer kleinen, kalten Zwischenübernachtung oberhalb von Megalopoli. Nachdem das Navi uns erst wieder über eine etwas spektakulärere Straße schicken wollte, wollten wir kein Risiko eingehen und haben uns für den einfacheren Weg entschieden und das Auto auch ein gutes Stück oberhalb der Wasserfälle abgestellt. Der Weg zu den Wasserfällen war zu Fuß gut zu machen, allerdings durch das feuchte Winterklima teilweise ziemlich rutschig. Dafür waren wir auch die einzigen Menschen dort und konnten die Drohne mal wieder fliegen lassen. Nachdem an den Wasserfällen selbst allerdings kaum GPS-Signal war und Marvin der Drohne eine kurze Dusche im Wasserfall verpasst hat, wurde eher die schöne Steinbrücke zum Motiv des Tages, was sich aber auch sehr gelohnt hat.

Hier gibt es noch einen kleinen Zusammenschnitt von den Flügen:

Eigentlich wollten wir die Nacht in der Nähe der Wasserfälle verbringen, die Warnung vor heftigem Schneefall hat uns aber dann doch wieder zurück ans Meer getrieben. Dort haben wir eine Nacht am Elea-Strand verbracht, ein kilometerlanger Strand der von allen Ausführungen von Camping-Mobilen bevölkert ist, die hier überwintern und teilweise Wochen oder Monate hierbleiben. Insgesamt standen hier sicher an die 100 Wohnmobile, morgens kam sogar ein Bäcker mit dem Auto vorbei gefahren und im Sommer wird das scheinbar noch durch Obst- und Gemüsehändler und vermutlich weitere hunderte Camper ergänzt.  Also eigentlich so gar nicht unsere Welt, aber für eine Nacht war’s okay. Am nächsten Morgen ging es für uns aber weiter zum Foloi-Eichenwald von dem wir spektakuläre Fotos gesehen haben und der eh in der Nähe war. Man hätte sich zwar denken können, dass der Wald auch hier im Winter keine Blätter mehr trägt, weshalb er eher karg und trist war. Dafür hat es aber kurz geschneit, weshalb es sich trotzdem gelohnt hat den kleinen Abstecher zu machen. Dadurch, dass auf den Peloponnes gerade in Strandnähe doch wieder sehr viel los war und wir die Bergregionen schon teilweise kannten, hat uns nichts mehr wirklich hier gehalten, weshalb wir nach einen kurzen Wäschestopp in Patras die Peloponnes bereits wieder verlassen haben.

Unser weiterer Weg hat uns dann nach Lefkada geführt – eine kleine Insel, die über einen Damm mit dem Festland verbunden ist.  Schnell hat sich herausgestellt, dass Lefkada das wohl touristischste Gebiet ist, was wir in Griechenland besucht haben und das will nach drei Monaten herum reisen dann doch was heißen. Alle Dörfchen an der Westküste bestehen eigentlich nur aus Ferienappartments, Hotels, Restaurants und Beach-Bars. Dank Nebensaison natürlich alles geschlossen, weshalb wir die Nacht mal wieder direkt neben wunderschönem Sandstrand verbringen konnten, allerdings auch hier wieder mit sechs weiteren Campern. Am nächsten Tag haben wir uns dann die wunderschöne Bucht und den Strand „Porto Katsiki“ angeschaut. Da es hierzu auch nur einen Zugang gab und kein anderweitiges Entkommen möglich war, haben wir Casper freien Lauf gelassen – Spoiler: wenn er könnte, würde er immer noch streunen gehen und auf taub schalten, aber wir konnten ihr vor der Treppe abpassen 😬

Nach der Bucht sind wir auf der Suche nach einem Stellpatz sehr schnell an der Ostküste gelandet, die leider nichts von der Schönheit der Westküste abbekommen hat. Kaum Strände, wenn dann nur mit groben Steinen oder Felsen – dafür war hier der weniger touristische Teil und viele Anwohner – irgendwie schade, dass der ganze wirklich schöne Teil nur noch den Touristen zur Verfügung steht. Wir waren dann doch schneller als gedacht wieder zurück in Lefkada (der Stadt am „Eingang“ der Insel) und haben die Insel dann über einen kleinen Umweg wieder verlassen. Erst haben wir uns noch 15 Minuten in die Reihe der Wartenden eingereiht, die vor den Blockaden standen, die den Damm versperrt haben, da es aber keinerlei Info gab, was los ist, haben wir dann die alte Straße genommen, die uns durch kleine Ruinendörfer geführt hat und wo wir ungelogen die ersten Kühe in Griechenland gesehen haben!  

Weiter ging es in Richtung Meteora, den Teil hatten wir auf dem „Hinweg“ nach Athen bewusst ausgelassen und wollten ihn uns jetzt nicht entgehen lassen. Nach einem kleinen Übernachtungsstop am Ziros-See ging es über eine Passstraße direkt rein in den Schnee. Leider häufen sich in den Bergdörfern oder drum herum wieder die Anzahl der Straßenhunde und im Gegensatz zu den Strandhunden, die oft sehr gut genährt sind, sind wir hier an vielen wirklich abgemagerten Hunden vorbeigekommen und haben gehofft, dass unser kleiner Futter-Stopp sie zumindest etwas weiter durch den Winter bringt.

Bei Kalambaka haben wir einen wirklich schönen Stellplatz gefunden, der uns schon mal ein schönes Panorama auf die eine Seite der beeindruckenden Felsen geboten hat, Klöster haben wir bis dahin aber noch keine entdeckt.

Stellplatz bei Kalambaka

Das änderte sich natürlich direkt am nächsten Morgen, als wir die Straße zu den Meteora-Klöstern gefahren sind. Meteora leitet sich von einem altgriechischen Wort ab, welches so viel bedeutet wie „in der Luft schweben“ – und das tun die Klöster wirklich. Die Felskonstellationen an sich sind schon wirklich beeindruckend, wenn man sich aber dann die Klöster anschaut, die aussehen, als wären sie aus dem Stein gewachsen ist das schon fast ein unglaublicher Anblick. Mittlerweile sind die Klöster zwar mittels Steintreppen oder Brücken mit dem Umland und der Straße verbunden, damit man einen leichteren Zugang hat, früher wurden hierfür aber Seile oder Strickleitern benutzt. Das Kloster Agia Triada ist das „freistehendste“ der Klöster, der ein oder andere wird es vielleicht aus James Bond kennen. Mittlerweile gibt es zwar eine Gondel für den Warentransport, Touristen müssen aber immer noch zu Fuß die Treppen nehmen. Die Vorstellung, wie hier die ersten Mönche hochgeklettert sein müssen und angefangen haben die Klöster zu bauen, ohne irgendwelche vergleichbaren Maschinen, wie wir sie heute haben, ist schon sehr verrückt und beeindruckend.

Tatsächlich sind wir in keines der Kloster gegangen, es war zwar nicht zu viel los (nur drei Reisebusse und einige Einzeltouristen oder so als wir da waren – mal wieder unvorstellbar was hier im Sommer abgehen muss), aber irgendwie finden wir die Vorstellung befremdlich in den Lebensraum von streng gläubigen Menschen „einzudringen“ und alles anzuschauen, auch die Nonnen und Mönche die dort leben, wo wir doch mit Gott gar nichts am Hut haben. Aber das ist unser persönliches Empfinden und soll gar nicht wertend sein, die Meteora-Klöster haben sich ja (im Gegensatz zu Athos, welches immer noch weitestgehend unzugänglich ist, wie schon im früheren Beitrag beschrieben) bewusst dafür entschieden, die Pforten für Touristen zu öffnen und verdienen damit den Großteil ihres Lebensunterhalts, weshalb das ja auch gewollt und völlig in Ordnung ist. Wir haben aber lieber den Ausblick von außen vor dem schön verschneiten Bergpanorama genossen und uns sehr gefreut den kleinen Schlenker noch gemacht zu haben, bevor unsere Zeit in Griechenland sich dem Ende geneigt hat.

Für uns ging es wieder weiter durch die Bergwelt über das Chasia-Gebirge zurück Richtung Westküste. Ein kleiner Zwischenstopp bei der Skipiste in Metsovo für einen Schneespaziergang, bevor wir wieder bei Ioannina waren, wo unsere Reise durch Griechenland vor über drei Monaten begonnen hat. Hier haben wir uns noch die Louros-Quelle angeschaut und sind dann weiter zum Acheron-Fluss und seinen Quellen gefahren. Der Acheron-Fluss gilt als einer der Flüsse, über den Charon mit der Fähre die Toten Seelen in den Hades gebracht hat.

Dann war es schon soweit, die letzten zwei Tage in Griechenland, wie soll es anders sein, haben wir am wunderschönen Sandstrand verbracht, ehe es nach Igoumenitsa auf die Fähre ging.

Es wäre gelogen zu sagen, dass wir bereit waren Griechenland zu verlassen, hier hätten wir noch Monate verbringen können. So unglaublich viele schöne Orte, egal ob in den Bergen oder am Meer, nette Menschen, die eine Ruhe und Entspanntheit ausstrahlen, die einen nur anstecken kann. An keinem der Tage in Griechenland haben wir uns je unsicher gefühlt und haben hier so viele schöne Erinnerungen gesammelt und dennoch ist es Zeit für neue Abenteuer in anderen Ländern, aber eines Winters kommen wir garantiert zurück!

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